Nun zeichnet die Stadt auch dort Parkfelder ein, wo es vorher keine brauchte – obwohl man dort völlig legal parkieren durfte. Wo früher zehn oder mehr Fahrzeuge Platz fanden, werden heute oft nur zwei oder drei Felder markiert. Was lange funktionierte, wird künstlich verengt. Die Folge: Anwohnerinnen und Anwohner drehen abends ihre Runden auf der Suche nach einem „legalen“ Platz. Genau dadurch entsteht unnötiger Suchverkehr in den Quartieren.
Hinzu kommt: Die blaue Zone wurde eingeführt, um Pendlerverkehr zu verhindern. Doch mit der aktuellen Praxis trifft die Stadt auch Quartiere, die gar keinen Pendlerverkehr hatten.
Am 3. Juli 2024 schrieb die Winterthurer Zeitung: „Um die Quartiere vom Verkehr zu entlasten, führt die Stadt nun fast flächendeckend die blaue Zone ein. Es gebe keinen Abbau von Parkplätzen.“ versprach unsere Stadträtin Christa Meier. Diese Aussage ist nicht haltbar. Die Stadt zählt nur markierte Parkfelder – nicht aber die vielen realen Parkiermöglichkeiten, die vorher existierten. Wer nur das zählt, was er neu aufmalt, kann natürlich behaupten, es gehe nichts verloren. Der Blick in die Quartiere zeigt jedoch das Gegenteil: Der Stadtrat reduziert effektiv nutzbaren Parkraum – zulasten der Anwohnenden.
Darum braucht es eine klare Forderung: Blaue Zonen dürfen nur so umgesetzt werden, dass – wie versprochen – kein faktischer Parkplatzabbau in den Quartieren entsteht. Alles andere ist Verdrängungspolitik, die am Alltag der Bevölkerung vorbeigeht. Wer Parkraum reduziert, soll das offen sagen – und sich nicht hinter statistischen Tricks verstecken.
Dani Romay
Co-Fraktionspräsident FDP Winterthur