Richtplan 2040: Was geschieht mit Parkplätzen und P+R?

Am 29. November 2026 stimmt Winterthur über den neuen kommunalen Richtplan ab. Für viele Menschen wird die Vorlage beim Thema Parkierung greifbar: Der Richtplan sieht vor, dass öffentliche Parkplätze aufgehoben werden können – ohne Ersatz. Das betrifft nicht nur das Stadtzentrum, sondern ebenso die Strassen in den Quartieren.

Gerade in älteren Quartieren haben längst nicht alle Haushalte eine eigene Garage oder einen privaten Parkplatz. Wenn dort öffentliche Parkplätze wegfallen, stellt sich eine praktische Frage: Wo parkieren künftig Anwohnende, Besuchende, Handwerker oder Pflegedienste?  Auch bestehende öffentliche Parkierungsanlagen wie Parkhäuser werden hinterfragt: Es soll geprüft werden, ob sie optimiert oder  gar aufgehoben werden können.

An den Bahnhöfen soll sich das Angebot ändern. Neue Park+Ride-Anlagen im Stadtgebiet sind nicht vorgesehen; bestehende P+R-Angebote an städtischen Bahnhöfen sollen – mit Ausnahme von Winterthur Süd – aufgehoben oder zu Bike+Ride-Abstellplätzen umgenutzt werden. Wer das Auto für einen Teil des Wegs braucht und anschliessend auf die Bahn umsteigt, wird damit eine Umsteigemöglichkeit verlieren.

Ein weiterer Punkt sorgt für Kritik: Als Massnahme nennt der Richtplan den Aufbau einer neuen Fachstelle für nachhaltige Mobilität. Aus meiner Sicht darf ein Richtplan keine Verwaltungsstellen schaffen. Als strategisches Dokument ist das schlicht nicht seine Aufgabe. Ein Stellenaufbau gehört in den politischen Prozess und nicht in einen Richtplan – insbesondere wenn nicht klar ist, ob eine solche Verwaltungseinheit nötig ist, welche Aufgaben sie übernimmt und was sie kostet.

Auch das lokale Gewerbe und die KMU sind auf gut erreichbare Kundschaft, verlässliche Zufahrten und Flächen zum Be- und Entladen angewiesen. Die FDP befürchtet, dass der vorgesehene Abbau von Parkplätzen und Strassenkapazität ihre Arbeit erschwert. Zugleich werden zusätzliche Planungsverfahren und Bauvorgaben Projekte verteuern oder verzögern. Wenn dadurch weniger der dringend benötigten Wohnungen entstehen, wird sich der Druck auf die Mieten bestehender Wohnungen weiter erhöhen.

Die Abstimmung betrifft somit die künftige Erreichbarkeit der Quartiere, die Bedingungen für das lokale Gewerbe und den Wohnungsbau. Sie wirft auch die Frage auf, wie detailliert ein behördenverbindlicher Richtplan Verwaltungsaufgaben vorgeben soll. Die FDP Fraktion lehnt den Richtplan in der vorliegenden Form ab und empfiehlt für die Abstimmung vom 29. November 2026 ein Nein zum Richtplan 2040.

Den Richtplantext und die Abstimmungsunterlagen veröffentlicht die Stadt Winterthur. Informationen zum Komitee und zu den Möglichkeiten, dem Kampagnenkomitee beizutreten, findet ihr auf der Kampagnen-Homepage www.soziales-winterthur-erhalten.ch.

 

Dani Romay

Co-Fraktionspräsident FDP

Mitglied des Kampagnen-Kernteams